Das Planetenparty Prinzip

Performance Kollektiv

Um die Sonne-Blog: Eintrag #1

Anmerkung:              Dieser Blog soll Einblick in unsere Arbeit und den Prozess dieses Projekts gewähren. Die Einträge werden von einem Planeten geschrieben, damit sind sie rein subjektiv. Das hier ist eine mögliche Sicht auf das Projekt – Um die Sonne. Eine Sichtweise von vielen. 

 

Eintrag #1 – Gemeinsam ein Loch graben
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Es ist Sonntag, der 26.08.2018.

Wir neun Planeten filmen uns nun schon fast ein Jahr. Heute lassen wir uns gemeinsam filmen. Wir graben ein Loch. Wir organisieren uns zwei Autos und ein Frühstück. Wir besprechen die Lage und schmieden einen Plan für den Tag und stellen fest, die Hälfte von uns hat die falschen Schuhe an und keine Wechselkleidung dabei. Wir erstellen eine neue Route. Wir teilen ein, wer in welchem Auto mitfahren soll,  damit wir das ganze möglichst effizient gestalten können. Ich frage mich wieso ich meine Bergschuhe nicht gleich angezogen habe. Oder wieso ich nicht die einzige bin.

Wir fahren nach Birkfeld in ein schönes, altes Haus mit Garten.

Wir sitzen gemeinsam am Frühstückstisch. Eine wunderschöne, lange, dunkle Tafel in einem alten Bauernhaus. Wir jausnen gemeinsam….

Direkt vor mir ist ein Fenster. Durch das Fenster sieht man genau in den Garten. Ich blicke genau auf die Stelle, die wir zuvor auserkoren haben um das Loch zu graben. Ein Planet hat heute Geburtstag fällt mir gerade wieder ein. Wir gehen raus bevor es drinnen zu gemütlich wird. Der Gartenboden ist schön weich. Wir gestalten das Ganze neutral, jeder nimmt sich ein Gartengerät. Die Grafikerin, unsere Filmerin nimmt alles auf. Wir wollen graben. Wir diskutieren ob die Kamera für uns existiert, oder nicht. Wir entscheiden uns dafür, dass die Kamera existiert, wir aber nicht extra für die Kamera graben. Rauchpausen dazwischen wären gut. Man kann sich entscheiden ob man gräbt, raucht, oder schaut. Ein Planet ist Nichtraucherin und baut aus der ausgehobenen Erde eine Skulptur. Das Endergebnis erinnert an einen Drachenschädel. Wir werden alle wieder zu Kindern. Um so länger wir graben um so mehr wird uns klar, wer für was zuständig ist und wer gern was macht. Ich fühle mich für die armen Regenwürmer verantwortlich und da fällt mir ein, das ich als Kind schon gerne Fliegen gerettet habe, die mein Bruder immer gleich zerquetschen wollte.

Das Loch wird immer tiefer und tiefer. Fast zwei Stunden graben wir das Loch.

Als wir mit dem ausheben fertig sind stehen wir alle um das Loch. Wir starren in das Loch und steigen hinein. Alle neun Planeten steigen in das Loch und wir beginnen uns langsam mit Erde abzudecken. Immer mehr Erde gelangt in meine Schuhe. Immer schwere wird es sich zu bewegen. Bis wir fast alle feststecken.

Wir schießen ein Gruppenfoto.

Wir steigen wieder aus dem Loch und reinigen uns gegenseitig die Schuhe. Wir rasten gemeinsam und fahren wieder nach Hause.